Die brasilianische Bundessteuerbehörde startete am Donnerstag die Operation Conto da Sorte. Diese gemeinsame Maßnahme mit den Staatsanwaltschaften deckte ein illegales Wett-Netzwerk im Wert von 50 Milliarden BRL (9,7 Milliarden US-Dollar) auf, an dem 37 Unternehmen beteiligt waren.
Die Behörden führten 14 Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsbeschlüsse in Pernambuco, Ceará und São Paulo durch. Der Fokus lag auf der Überprüfung der Unternehmensstrukturen und der Beschaffung von Dokumenten. Die Gerichte ordneten die Einfrierung von Vermögenswerten in Höhe von bis zu 145 Millionen BRL an, um Schäden aus illegalen Aktivitäten zu kompensieren.
Untersuchungsdetails und Ursprünge
Das System stützte sich auf Briefkastenfirmen und Strohmänner, von denen einige trotz fehlender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit Notunterstützung erhielten. Die Ermittler identifizierten Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Immobilienkäufe, die durch illegale Kapitalströme finanziert wurden. Mehrere Unternehmen haben die Nettoeinnahmen aus Wetten nicht wie von der Branchenregelung gefordert weitergeleitet.
Der Betrug ging auf eine unregelmäßige Akkreditierung durch die Agentur LOTSERIDÓ in Bodó, Rio Grande do Norte, zurück. Der Oberste Bundesgerichtshof hatte zuvor bestätigt, dass Gemeinden nicht befugt sind, Glücksspiele zu genehmigen. Finanzminister Dario Durigan erklärte, die Regierung dulde illegale Wetten nicht.
Die Operation Conto da Sorte markiert die erste ernsthafte Regierungsinitiative zur Bekämpfung des unregulierten Sektors und zur Sicherung der Nachhaltigkeit des legalen iGaming-Marktes in Brasilien.